Zigarren

Bild aus Judge Juniors "Heres how again" USA 1929
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Geschichte

Schon bei den alten, den Südamerikanischen Kontinent bevölkernden Kulturen, wurde Zigarre geraucht, die ersten waren wohl die Majas. Die durch das Ende ihrer Kultur ausgelöste Versprengung der Sippe hat veranlaßt, daß überall in Südamerika Tabak geraucht wurde.Als 1492 Christoph Kolumbus nach Südamerika kam, brachte er von dort die Zigarre nach Europa mit. Sie konnte sich jedoch zu Anfang noch nicht richtig etablieren.Die Gewohnheit des Tabakrauchens verbreitete sich in Europa von Spanien aus. Erste Manufakturen entstanden 1717 in Sevilla, wo Kubanischer Tabak verarbeitet wurde, schon um 1790 wurden in Frankreich und Deutschland Zigarren hergestellt.Doch erst nach den Napoleonischen Kriegen (1806-1812) kam das Tabakrauchen so richtig in Gang.In England wurde eine Einfuhrsteuer auf ausländische Zigarren erhoben, was sie zu Luxusartikeln erhob. In Hotels, Clubs und auch Zügen wurden Raucherzimmer eingerichtet, in denen die Herren in einem Rauchanzug ihre Zigarre genossen. Dieser Anzug sollte die Kleidung vor dem Rauchgeruch schützen und heißt heute noch Smoking. Aus diesen Rauchzimmern entstand dann auch später die Hotelbar ...

Der Tabak

Verantwortlich für die Qualität ist wie bei so vielen Naturprodukten die Herkunft und Beschaffenheit des Tabaks. Während des 120 Tage dauernden Wachstums der Tabakpflanze wird sie bis zu 170 mal inspiziert und schon eine Auswahl getroffen, wofür sie verwendet werden soll. Benötigt werden Deckblätter, Umblätter und Einlageblätter für eine Zigarre.Die Blätter des unteren Pflanzenteils werden als Deckblätter, die obere Hälfte als Umblätter und die Einlagenblätter aus beiden Teilen rekrutiert.Nach der Ernte der Blätter kommen diese gebündelt und sortiert in Trockenschuppen, in denen sie an der Decke hängen und einen Teil ihrer Feuchtigkeit verlieren. Nach ca. 50 bis 60 Tagen hat sich das grüne Chlorophyll der Blätter in braunes Karotin verwandelt. Die Blätter mit der für Tabak charakteristischen braunen Farbe werden glattgestrichen und auf riesigen Stapeln aufgehäuft, um dort zu fermentieren. Sobald die Temperatur in den Haufen über 42°C erreicht, werden sie umgeschichtet. Die Fermentation dauert je nach Art des Tabaks bis zu drei Monate. Nun werden die Blätter wiederum sortiert und in bis zu 50 Kategorien eingeteilt. Anschließend folgt das Entrippen der Blätter, wobei jedoch nur das Mittelgerippe entfernt wird. Der Rest wird erst nach der zweiten Fermentation in der Fabrik entfernt.Um die zweite Fermentation in Gang zu bringen, wird der Tabak befeuchtet. Die zweite Fermentation dient dazu, ein gewisses Gleichmaß des Tabaks zu gewährleisten.Aufgrund der Fermentationsprozesse ist Zigarrentabak Teer-, Säure- und nikotinärmer als Zigarettentabak. Nun erst werden die Blätter als rechteckige Ballen (tercios) mit Palmrinde umwickelt und in die Fabriken und Lagerhäuser verschickt, in denen er noch bis zu zwei Jahre reift.

Die Herstellung

 
Empfang und Klimatisieren des Rohmaterials
Öffnen der Tercios
Lüften
Sortieren und nach der Qualität einteilen
Deckblätter Einlage und Umblättern
Befeuchten Lagern und Konservieren
Entrippen und Sortieren Mischraum
Sammelstelle
Werkstatt der Zigarrenmacher
Ausräucherung
Kühlraum
Farbsortierung
Bauchbindenabteilung
Endbearbeitung und Siegelung
Verpacken Lager

Das Rollen

Die Struktur einer handgemachten Zigarre. Handgemachte Zigarren haben drei Grundbestandteile.Das Deckblatt, das Umblatt, die Einlage

Der Zigarrenmacher rollt je nach Größe der Zigarre drei bis vier Einlagenblätter in ein Umblatt und legt die sogenannte Puppe dann in einen Holzrahmen, in der sie in Form gepreßt wird. Das am Ende des Holzrahmens heraushängende Ende der Puppe wird abgeschnitten. Nachdem die Puppe die richtige Form im Holzrahmen angenommen hat, wird das Deckblatt um die Puppe gerollt und das Ende der Zigarre mit einem kleinen Stück des Deckblattes geformt.Für den Genuß einer Zigarre ist die Herstellungsart entscheidend: wurde sie zu fest gepreßt, geht sie beim Rauchen zu oft aus und zieht nicht richtig, ist sie jedoch zu locker, brennt sie zu schnell ab, und wird beim Rauchen heiß.

Die Herkunft

Tabak wird weltweit kultiviert. Das für Zigarrentabak wichtigste Anbauland ist Kuba. Ebenso wird Tabak in der Dominikanischen Republik angebaut.

Weitere Anbauländer sind:
Jamaika, Nicaragua, Mexiko, Honduras, Ecuador, Brasilien, Connecticut, Pennsylvania, Minnesota, Wisconsin, Florida, Kanarischen Inseln, Kamerun, Deutschland, Italien, Kamerun, Sumatra, Java,

Zigarrenformate

Name Beschreibung Zigarrenlänge
Doppel Corona Auch Churchill genannt, da er dieses Format bevorzugt geraucht hat 20 bis 24 cm
Kleine Corona - ca. 9 cm
Halb Corona - ca. 7 bis 8 cm
Demi Tasse - ca. 10,5 bis 11,5 cm
Londsdale - ca. 15 bis 17 cm
Panetela fino offenes Mundstück ca. 12 cm
Panetela offenes Mundstück und dicker als die Panetela fino ca. 10 bis 11 cm
Perfecto auch Torpedo genannt, Brandende kann auch offen sein -
Culebras auch krummer Hund genannt, Wird in geflochtenen Zöpfen zu drei Stück verkauft ca. 14 bis 16 cm
Stumpen - -

Herstellerfirmen

 

Tabakmanufacturen finden sich heute überall auf der Welt, die Besten jedoch sind auf Kuba und in der Dominikanischen Republik

Bekannte Namen sind:
Montechristo, Havanna; Davidoff, Dom. Rep.;Cohiba, Kuba; Partagas, Kuba; Romeo & Julietta, Kuba; Asthon, Dom. Rep.; Bolivar, Dom. Rep., Kuba; Punch, Kuba; La Gloria Cubana, Kuba; Juan Clemente, Dom. Rep.; Jede Firma bietet Zigarren verschiedener Formate an.

 

Vom Rauchen, lagern und servieren ...

Zigarren werden am besten in einem Zigarrenklimaschrank gelagert, in dem eine gleichmäßige Temperatur von 18°C bis 23°C und eine Luftfeuchtigkeit von 73% herrscht.
In Restaurants und von Zigarrenrauchern, die sich Vorräte halten, werden sogenannte Humidore verwendet, die die Zigarren durch die Zugabe von destilliertem Wasser feucht halten.
Das geschlossene Ende der Zigarre wird vor dem Anzünden mit einer Zigarrenschere aufgeschnitten. Jeder Zigarrenraucher setzt die Schere unterschiedlich tief an. Zum Anzünden der Zigarre wird meist ein Zedernholzstäbchen verwendet.
Zum guten Zigarrenservice gehört es, daß man dem Gast anbietet, die Zigarre anzuschneiden und anzuzünden. Dazu wird die Zigarre vorsichtig aus dem Humidor genommen und am Mundend abgeschnitten. An einer Kerze oder Streichholz entzündet man ein Zedernholzstäbchen und dreht das Brandende über der Flamme. Um eine gleichmäßige Glut zu entfachen, wird die Zigarre hin und hergewedelt. Nun erst wird dem Gast die Zigarre überreicht.

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